Das Minoritenzentrum ist ein Ort mit einem einzigartigen Flair in der Grazer Altstadt.
Toskanischer Arkadenhof
Geschuldet ist dieser vor allem dem Kreuzgang, der sich nach dem nadelöhrartigen Eingang neben der Kirche plötzlich öffnet. Er ist ein Geheimtipp in Graz. Mitten im Getriebe der Mariahilferstraße und des Platzes ist er plötzlich ein Ort der Stille. Jährlich im Frühling bezaubern die Blüten der Zierkirsche die Menschen, die hier durchgehen, Gottesdienste besuchen oder Veranstaltungen und Ausstellungen im KULTUM oder im Minoritensaal besuchen. Die Säulen der Arkaden im Kreuzgang haben eine toskanische Prägung. Und in der Tat haben italienische Baumeister diesen wunderschönen Ort geschaffen.
Renovierung während der Corona-Zeit 2020/21
Mit der jüngsten Renovierung 2020/21 wurde das Niveau um bis zu 20 Zentimeter abgesenkt, sodass die Säulenbasen wieder sichtbar sind. Neue Platten wurden verlegt. Beide Höfe wurden durch einen Mauerdurchbruch wieder verbunden, es entstand eine völlig neu erfahrene Korrespondenz beider Baukörper. Der zweite Hof vor dem Minoritensaal wurde wieder autofrei und entfaltet so, umgeben von drei Seiten historischer Architektur, seine auratische Kraft.
Auch der „kleine Minoritensaal“, bislang für Vorträge, Slams oder Kindertheaterveranstaltungen genutzt, korrespondiert wieder mit dem Außen, den Arkaden und dem Hof.
Das ehemalige Winterrefektorium („Franziskussaal“) im 1. Geschoß wird wieder für Ausstellungen und Vorträge genutzt.
Für die Umgestaltung war das Architekturbüro Domenig&Wallner verantwortlich, Bauherr war der Minoritenkonvent mit P. Petru Farkas, unterstützt hat ihn das Kuratorium Mariahilf.
Mit 1. Jänner 2022 haben Minoritenkonvent und Diözese Graz-Seckau einen Vertrag unterzeichnet, in dem festgehalten wird, dass letztere die Verwaltung der Säle übernimmt, um diese wiederum anderen kulturellen Nutzern weiterzuvermieten. Geschäftsführer sind der Leiter des Ressorts Bildung, Kunst und Kultur der Diözese Graz-Seckau, Walter Prügger und der Leiter des KULTUM. Zentrum für Gegenwart, Kunst und Religion, Johannes Rauchenberger.
Täglich ertönen um 16 Uhr durch das von Herbert Bolterauer vor 20 Jahren initiierte „Mariahilfer Glockenspiel“ Kirchenlieder, die dem Fest- und Jahreskreis der Liturgie entnommen sind.
Die barocke Schaufassade von Joseph Hueber, die in den 1770er Jahren bestehende Frühbarock-Fassade Pietro de Pomis‘ (die sich an jene von San Giorgio in Venedig angelehnt hatte) ersetzte, zählt mit seinen beiden signifikanten barocken Zwiebeltürmen und seiner plastischen Gliederung zu den Hauptwerken des Spätbarock in der Steiermark und zu den signfikantesten „Land-Marks“ der Grazer Altstadt.