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Ein Kultur-, Bildungs- und Veranstaltungszentrum in einem geschichtsträchtigen Ort

 

Zeitgenössische Kunst, kulturelle Veranstaltungen und Bildungsangebote stehen im Zentrum dieses Ortes: Er ist voller Geschichte und Aura. 

 

Das Minoritenzentrum in Graz ist ein Ort der Kunst, alter wie neuer. Sein Ort ist das Kloster der Minoriten aus dem beginnenden 17. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts. Es beherbergt um seine auratischen Höfe den Minoritensaal, ein Veranstaltungs- und Kulturzentrum und ein Museum für zeitgenössische Kunst und Religion.

Wer sind „die Minoriten“?

In Graz hat man in den letzten Jahrzehnten vor allem Kunst verstanden. Das ist sympathisches Lokalkolorit.
Doch eigentlich – und in Wirklichkeit – sind die Minoriten die „Minderbrüder“ in der unmittelbaren Nachfolge des Ordensgründers Franz von Assisi (1186–1226). Sie werden auch „Konventualen“ genannt und bilden die ältesten unter den späteren Abzweigungen, die sich auf Franziskus berufen. Dieser predigte radikale Armut und Hinwendung zum Evangelium und zu den Geschöpfen. Bereits wenige Jahre nach dem Todesjahr von Franziskus (1226) waren die ersten Minderbrüder in Graz. Seit 1230 (!) wirken die Minoriten also ununterbrochen bis heute in Graz, bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts waren sie im jetzigen Franziskanerkloster angesiedelt. Nach einem internen Ordensstreit mit den Observanten (den heutigen Franziskanern) zogen die Minoritenbrüder auf Geheiß von Papst Leo X. (des Medici-Papstes) 1515 aus und hatten fast 90 Jahre lang keine feste Bleibe. Die Eggenberger, die damals reichste Familie in Graz, schenkten ihnen zunächst ein Grundstück an der Murvorstadt (Johann Christian von Eggenberg) und bauten ihnen ab 1608 ein Kloster und die dazugehörige Mariahilferkirche (Hans Ulrich von Eggenberg). 90 Jahre erbauten sie ihnen auch noch ein repräsentatives Sommerrefektorium (Johann Seyfried von Eggenberg), das in Graz seit dem 20. Jahrhundert als „Minoritensaal“ bekannt ist.

Warum gibt es hier so viel Kunst?

Es ist Ort des KULTUM. Zentrum für zeitgenössische Kunst und Religion, das als Kulturzentrum bei den Minoriten seit 1975 hier angesiedelt ist und diesen Ort prägt. Seit 2025 ist hier auch  die Leitung des „Ressorts Bildung, Kunst und Kultur der Diözese Graz-Seckau” (Leitung: Walter Prügger, das Schulamt der Diözese Graz-Seckau und das Bildungsforum bei den Minoriten angesiedelt.

Zentrale Orte des Minoritenklosters, das die Minoriten seit dem frühen 17. Jahrhundert in der damaligen Murvorstadt bewohnen – wie das frühere Oratorium („Cubus“), das Winterrektorium („Refettorio“) und das Sommerrefektorium („Minoritensaal“) oder auch ehemalige Klosterzellen – dienen heute als Ort für Kunst, Kultur, Bildung und Begegnung. 

Der Minoritensaal als Ort der kulturellen Begegnung

 

Das Minoritenzentrum in Graz ist ein Ort der Begegnung – mit Musik, mit Kultur, mit aktueller Kunst, mit Stille, mit Spiritualität, mit Bildungsangeboten. Vor allem ist es aber ein Ort der Begegnung zwischen Menschen. Ob es Konzerte, Ausstellungen oder Vorträge und Diskussionen sind: Was in diesen besonderen Räumen geschieht, schafft neue Einsichten und Inspirationen und zeigt fast immer Festliches an.
Repräsentative Dinner, Zeugnisverleihungen von Schulen oder Instiutionen, Sponsoring-Empfänge für Firmen sind hier ebenso möglich.

 

Atemberaubende Konzerte fanden und finden hier ihren Ort: Die „styriarte“ mit den „Meerscheinkonzerten“ ist regelmäßig im Minoritensaal zu Gast. Neue Musik-Konzerte programmiert die Sparte Neue Musik im KULTUM. Bildungsveranstaltungen kuratiert das Bildungsforum bei den Minoriten. Auch kleinere Veranstalter, Ensembles und Chöre finden im Minoritensaal ihren idealen Aufführungsort. Der Literaturpreis „rotahorn” wird jährlich hier verliehen. Der „steirische herbst 23“ hat hier seine „Church of Ruined Modernity“ gezeigt, der Designmonat hatte hier ein Jahr davor seine große Auftaktveranstaltung. Seit 2024 ist das Festival La Strada mit seinem Kinderprogramm im Hof zu Gast, mit Abendkonzerten für die Großen inklusive. 

Die Diözese Graz-Seckau hält hier jährlich seine Führungskräftekonferenzen ab, Tagungen des Bildungswerkes und seiner Partner finden hier regeläßig statt.


Im Minoritensaal haben in den letzten sechs Jahrzehnten große Vortragende ebenso Großes gesagt – von Agnes Heller, Slavoji Zizek, Anselm Grün, Karl Rahner oder Joseph Ratzinger. Ebenso haben große Dichterinnen und Dichter große Poesie vorgetragen – Friederike Mayröcker, Sibylle Lewitscharoff, Arnold Stadler und viele andere mehr. Bewusst waren es Dichterinnen und Dichter, die das erste Mal nach der Renovierung das „SILENTIUM“ am 12. November 2021 mit „ATEM“ durchbrochen haben.
Der Minoritensaal ist auch in Zukunft ein Ort des Diskurses mit der aktuellen Gegenwart und ihrer philosophischen und zeitdiagnostischen Standortbestimmung sein.

 

Aus dem Archiv: Johannes Rauchenberger: Kunst und Religion in einem poetischen Dialog. In: Sendbote des Hl. Antonius (2011)

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Kurzfilm zur künstlerischen Einweihung des renovierten Minoritensaals in Graz durch das Kulturzentrum bei den Minoriten am 12. Novomber 2021.
Begrüßung: Johannes Rauchenberger Kompositionen von Sanziana Dobrovicescu, Clemens Nachtmann und Antonis Rouvelas. Ausführende: Ensemble airborne extended ; Klaudia Tandl, Mezzosopran LESUNGEN Felicitas Hoppe: Lieb Nachtigall, wach auf! Arnold Stadler: Ich atmete, ich lebte (gelesen von Barbara Rauchenberger) Christian Lehnert: Windzüge. Vom natürlichen Atem, in Gedichtpaaren (gelesen von Daniel Doujenis) Margret Kreidl: EINLEUCHTEND WEISS Kamera und Schnitt: Elias Rauchenberger

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Der Minoritensaal in Graz erstrahlt nach eineinhalbjährigem Umbau in neuem Glanz. Durch das Kulturzentrum KULTUM und neue Aktivitäten der Diözese soll nun auch dem Gebäudekomplex bei den Minoriten neuer Atem eingehaucht werden.
(ORF-Steiermark heute, 21.11.2021; Gestaltung: Beate Wittmann

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„Einatmen – Ausatmen“ war der Titel einer Ausstellung, deren zweiter Teil am 12. November 2021 im „Kultum“, dem Grazer Kulturzentrum bei den Minoriten, zu Ende gegangen ist. Eigentlich war sie gedacht als pfingstliches Aufatmen, als Rückblick auf eine Zeit des bedrohten Atems. Wie sehr die Pandemie aber wieder an Aktualität und Dramatik gewinnen würde, war damals nicht abzusehen. In Zeiten der übervollen Intensivstationen kann man kaum den Atem reflektieren, ohne auch an Beatmung zu denken. Der letzte Akt dieser Ausstellung galt allerdings einem erfreulichen Ereignis: Umfangreiche Umbaumaßnahmen im alten Kloster sind zu Ende gegangen, das Kulturzentrum verfügt nun über eine größere Ausstellungsfläche. Ein Abend mit Texten und Musik hauchte nicht zuletzt dem frisch renovierten Minoritensaal neues Leben ein. Bericht: Christian Rathner, Länge: 9 Minuten

Der Minoritensaal

Der barocke Minoritensaal, im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts vom Barockbaumeister Joachim Carlone (1653–1713) erbaut, zählt zu den schönsten Barocksälen in der Grazer Altstadt. Er hat einen repräsentativen Stiegenaufgang mit doppelläufiger Treppe. Wieder waren es die Eggenberger, die dieses Bauwerk bezahlten – genauer: Johann Seyfried von Eggenberg (1644–1713). Ursprünglich als repräsentatives „Sommerrefektorium“ für die Brüder erbaut, stand der so genannte „Minoritensaal“ später leer, diente noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts als Speicher und ist seit mehr als 50 Jahren wieder öffentlich zugänglich. Seither dient er zwar auch als Ort repräsentativer Essen, mehr aber ist die darin stattfindende Ausspeisung “geistiger“ Natur: Seit 1965 wird der Minoritensaal, der über eine ausgezeichnete Akustik verfügt, für Konzerte Vorträge, Diskussionen und vieles mehr genutzt. An seiner Front befindet sich eines der größten Barocktafelbilder Österreichs mit der „Speisung der Fünftausend“, gemalt im Jahre 1732 von Johann Baptist Raunacher. Darüber steht „SILENTIUM“ – ein Hinweis auf die klösterliche Esskultur, wo während des Essens von der gegenüberliegenden Lesekanzel aus der Heiligen Schrift oder aus der Regel des Heiligen Franziskus vorgelesen wurde.

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Das Spiegelgewölbe des lang gestreckten Saales ist mit stuckumrandeten Bildfeldern von Antonio Maderni (1680–1702) versehen, von denen die drei großen die Verehrung des "Panis Angelorum" (des Engelsbrotes), die Verehrung Mariens durch die Engelschöre und die Anbetung der Trinität darstellen. Die kleineren rechteckigen Felder stellen die Hierarchien der Engel dar, die Kartuschenfelder wiederum die Begegnung alt- und neutestamentlicher Gestalten mit Engeln. Sie wurden im Jahre 1702 angefertigt. An den Schmalseiten ist jeweils das Wappen der Fürsten von Eggenberg, den Financiers des großen Komplexes, zu sehen.

Mit der jüngsten Renovierung 2020/21 wurde die Außenfassade wieder mit der ursprünglich befundeten grauen Farbe versehen. Der Saal erhielt im Inneren eine verbesserte Akustik sowie ein neues Belüftungs- und Kühlsystem.

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Die angrenzende Kirche ist die Mariahilferkirche. Sie weist ein reiches gottesdienstliches Leben auf. Täglich werden auch heute noch drei Messen gefeiert, am Sonntag noch mehr. Gepflegte Kirchenmusik („Abendmusiken Mariahilf“) ist ein bedeutender Bestandteil dieses sakralen Ortes.
Historisch ist die Mariahilferkirche ein Werk des lombardischen, in Venedig ausgebildeten Baumeister Pietro de Pomis, der die 1608–1611 erbaute Kirche eng an das venezianische Vorbild von San Giorgio in Venedig, dessen Baumeister Andrea Palladio war, anlegte. Das war in der Zeit der von Graz ausgehenden „Gegenreformation“, als der Stifter Hans Ulrich von Eggenberg (1568–1634), der Schatzkanzler von Erzherzog Ferdinand, dem späteren Kaiser Ferdinand II., den Minoritenbrüdern Kloster wie Kirche finanzierte. Als Gegengeschäft sollten die Minoritenbrüder für ihn, der wie auch seine Nachfolger in einer Seitenkapelle der Mariahilferkirche bestattet ist, fortwährend Messen lesen. Hans Ulrich von Eggenberg ist in der Gruftkapelle, direkt angrenzend an die Mariahilferkirche, begraben.



Pietro de Pomis war nicht nur Architekt, er war auch Maler – unter wundersamen Umständen hat er das Grazer „Mariahilf-Bild“ gemalt, das auch vielfach kopiert wurde. Es bildet ein typisches Beispiel einer konfessionellen Bildpolitik der Gegenreformation, die mit Hilfe von Wundererzählungen besonders erfolgreich war. Zudem hatte Graz bis dahin kein explizites Marienheiligtum. Bald setzte mit diesem Bild auch die Wallfahrt ein – die Mariahilferkirche war in der Barockzeit nach Mariazell auch die zweitwichtigste Wallfahrtskirche der Steiermark. Am Ende der Barockzeit wurde die das Mariahilf-Bild durch den Papst zur „Stadtmutter von Graz“ erhoben. In dieser Zeit wurde vor allem die Schaufassade der Kirche radikal verändert. Durch den Barockbaumeister Joseph Hueber wurde die Spätrenaissance-Fassade de Pomis' abgetragen und durch eine barocke, dynamische und plastische Schaufassade ersetzt. Auch die markanten Türme der Mariahilferkirche entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Wenige Jahre später schaffte Kaiser Joseph II. die Wallfahrten ab – die Mariahilferkirche wurde ab 1786 Pfarrkirche und ist es bis heute. Und Wallfahrermessen gibt es auch heute noch täglich in dieser Kirche.
De Pomis war übrigens auch der Architekt der Grazer Katharinenkirche, die sich unmittelbar angrenzend an der damaligen Hofkirche (dem jetzigen Grazer Dom) und des anschließenden Mausoleums Kaiser Ferdinands II. befindet. Pietro de Pomis ist in der Mariahilferkirche sogar begraben.

Beinahe 100 Jahre vor dem Kirchen- und Klosterbau waren die Minoritenbrüder von Kaiser Maximilian I. im Jahre 1515 persönlich angehalten worden, aus dem aus dem bis dahin bewohnten Franziskanerkloster auszusiedeln. Der Grund war ein Streit innerhalb der beiden franziskanischen Orden – der Minoritenbrüder („Konventualen“) und der Franziskaner-Brüder („Observanten“), die aus ihrem Kloster in St. Leonhard in die Stadt ziehen wollten. Will heißen: Es ging um den Grad franziskanischer Armut. Die Minoriten hätten sich der strengeren Ordnung der Franziskaner unterwerfen sollen. Sie taten es nicht und gingen. Einige Jahre waren sie ortlos. 1525 wurde ihnen von Siegfried von Eggenberg ein Grundstück in der Murvorstadt geschenkt, auf dem weitere 90 Jahre später das Kloster erbaut wurde.



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Diözese Graz-Seckau
MINORITENZENTRUM Graz – 
ATRIUM MINOR Veranstaltungbetriebskörperschaft
UID Nr.: ATU77705538

Geschäftsführung: Walter Prügger BEd M.A.; MMag. Dr. Johannes Rauchenberger
Raumreservierungen:
Andrea Hopper (Office-Management; im Krankenstand), Gabriele Kroisenbruner BA (+676 8742 2619): KULTUM, Mariahilferplatz 3, 8020 Graz
Tel. +43 316 711133
verwaltung@minoritenzentrum-graz.at
Veranstaltungstechnik, Facility Management: Mag. Johann Krammer
Dipl. (Bild. Kunst) René Corvaia-Koch MA (+676 8742 3701)
www.minoritenzentrum-graz.at
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